
Das Kolosseum in Rom zählt zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten der Welt. Trotz seines Alters von fast 2.000 Jahren wurden in den letzten Jahren umfangreiche Maßnahmen ergriffen, um den Besuch für Menschen mit eingeschränkter Mobilität, Rollstuhlfahrer und Senioren so angenehm wie möglich zu gestalten. Dieser Ratgeber fasst die wichtigsten Informationen zur Barrierefreiheit zusammen.
Einlass und Ticketregelung für Menschen mit Behinderung
Ein wesentlicher Aspekt für die Planung ist die Ticketvergabe. Für Besucher mit einer Behinderung und deren Begleitperson ist der Eintritt in das Kolosseum kostenfrei – siehe auch der Beitrag zur Preisübersicht im Kolosseum. Diese Freitickets können im Gegensatz zu regulären Tickets nicht vorab online reserviert werden. Sie werden direkt vor Ort am Schalter „Cassa“ (nahe dem Eingang „Sperone Valadier“, siehe Anreise zum Kolosseum) gegen Vorlage eines entsprechenden Nachweises (Schwerbehindertenausweis o.ä.) ausgehändigt. Ein Anstehen in der regulären Warteschlange ist für Rollstuhlfahrer in der Regel nicht erforderlich; es gibt einen priorisierten Zugang.
Zugang zum Denkmal: Aufzüge und Rampen
Der Zugang zum Innenraum erfolgt über stufenlose Rampen. Um die oberen Ebenen (das erste und zweite Stockwerk) zu erreichen, steht ein moderner Aufzug zur Verfügung. Dieser befindet sich auf der Nordseite des Amphitheaters. Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes unterstützen Besucher gerne dabei, den Aufzug zu finden und zu bedienen.
Barrierefreie Wege innerhalb des Kolosseums
Innerhalb des Kolosseums wurden die Wege so präpariert, dass sie mit einem Rollstuhl befahren werden können. Die Oberfläche besteht teilweise aus modernem Bodenbelag und teilweise aus historischem Gestein, was stellenweise zu Unebenheiten führen kann.
Der Zugang zur Arena ist barrierefrei über eine Rampe möglich. Seit kurzem ist auch ein Teil des Untergrunds (Hypogäum) durch den Einbau eines speziellen Aufzugs für Rollstuhlfahrer zugänglich gemacht worden. Da der Platz im Untergrund jedoch begrenzt ist, sollte dieser Punkt bei speziellen Führungen vorab geklärt werden. Eine volle Besichtung des Untergrunds ist für Rollstuhlfahrer nicht möglich.
Wichtige Tipps für die Planung vor Ort
- Behindertengerechte Toiletten: Diese sind im Erdgeschoss sowie auf der ersten Ebene vorhanden und gut ausgeschildert.
- Leih-Rollstühle: An den Haupteingängen stehen in begrenzter Anzahl Rollstühle zum Verleih zur Verfügung (gegen Pfand eines Ausweises). Eine Vorabreservierung ist hierfür leider nicht möglich.
- Anreise: Die Metrostation „Colosseo“ (Linie B) verfügt über einen Aufzug zur Straßenebene, der jedoch gelegentlich gewartet wird. Alternativ halten zahlreiche barrierefreie Buslinien direkt vor dem Denkmal.
Fazit: Wie rollstuhlgerecht ist das Kolosseum?
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Kolosseum für ein antikes Bauwerk überraschend gut zugänglich ist. Dank der Aufzüge und Rampen können fast alle relevanten Bereiche besichtigt werden. Da der Eintritt für Betroffene und Begleiter zudem kostenlos ist, entfällt der Stress der Online-Buchung für diesen Personenkreis komplett.
